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Wertgrenzen des Bundes und der Bundesländer 2021 VOB, VOL, UVgO

Sowohl auf Bundesebene als auch für jedes Bundesland gibt es unterschiedliche Wertgrenzen, die je nach Vergaberegime (VOB/A, VOL/A, UVgO) über die Auswahlmöglichkeiten der Verfahrensart entscheiden.

In den aumass Wertgrenzen-Tabellen sind die Wertgrenzen 2021 für den Bund und nach Bundesländern, Verfahren und Verordnungen für Sie sortiert. Die Tabellen zeigen Ihnen, welche Wertgrenzen bei Verhandlungsvergaben/Freihändigen Vergaben und Beschränkten Ausschreibungen gelten.

Die aktuell in Folge der Covid-19-Pandemie geltenden Wertgrenzen finden Sie unterhalb der Tabelle.

Wertgrenzen Bund 2021
VOB/A VOL/A UVgO Geltungsbereich
Gültigkeit
Ex-Ante- / Ex-Post-Meldung Veröffentlichungsmedium
Freihändige Vergabe Beschränkte Ausschreibung Freihändige Vergabe Beschränkte Ausschreibung

10.000 Euro
(§3a Abs. 4.5.2 VOB/A)

______________

Freihändige Vergabe 100.000 Euro

______________

Direktvergabe 3.000 Euro

Ausbaugewerke,
Landschaftsbau,
Straßenausstattung
bis 50.000
Euro

Übrige Gewerke
bis 100.000 Euro

Tief-, Verkehrswege-
und Ingenieurbau
bis 150.000
Euro

Wohnungsbau
bis 1.000.000 Euro befristet bis 31.12.21 amtl. Fußnote zu §3a VOB/A

Keine Angabe
aber:
Direktauftrag bis 1.000 Euro

Keine
Angabe

Behörden der
Bundesverwaltung


VOB/A 1. Abschnitt
20.02.2019

VOB/A 2. und 3. Abschnitt
2016

UVgO
02.2017

Vor Auftragserteilung:

§§ 27, 28 Abs. 1 UVgO
Internetseiten des AG oder auf Internetportalen. Zusätzlich kann in Tageszeitungen, Amtl. Veröffentlichungsblättern und Fachzeitschriften veröffentlicht werden.

§12 Abs. 1 und Abs. 2 VOB/A
In Tageszeitungen, Amtl. Veröffentlichungsblättern oder auf Internetportalen; www.bund.de

_____________________

Nach erteiltem Auftrag:

UVgO:
Ab 25.000 Euro (§30 Abs. 1): Internetseiten oder -portalen.

VOB/A:
Ab 25.000 Euro (§20 Abs. 3 Nr. 1 und Nr. 2): Internetportalen oder im Beschafferprofil. Bei freihändigen Vergaben ab 15.000 Euro.

Sonder-Regelung aufgrund des Covid-19-Virus:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/rundschreiben-anwendung-vergaberecht.pdf?__blob=publicationFile&v=6

Rechtsquellen: VOL/A und VOB/A
Link: VOB/A http://www.fib-bund.de/Inhalt/Vergabe/VOB/
*alle Wertangaben verstehen sich netto zzgl. Umsatzsteuer

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Was regeln die Wertgrenzen?

Grundsätzlich muss im nationalen Bereich öffentlich ausgeschrieben werden. Jedoch existieren je Bundesland unterschiedliche Wertgrenzen. Unterhalb dieser Wertgrenzen gilt es, nach einer Aufwand-Nutzen-Abwägung, als nicht wirtschaftlich, ein öffentliches Vergabeverfahren durchzuführen. Der öffentliche Auftraggeber erhält in diesen Fällen die Möglichkeit eine beschränkte Ausschreibung bzw. eine freihändige Vergabe durchzuführen.

Für wen gelten die Wertgrenzen?

Die Wertgrenzen gelten für alle Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber, die unterhalb der EU-Schwellenwerte liegen. Auch Zuwendungsempfänger müssen sich bei der Wahl des Verfahrens nach den Wertgrenzen richten.

Wie hoch sind die Wertgrenzen in den einzelnen Bundesländern?

Die Wertgrenzen unterschieden sich je nach Bundesland und danach, ob es sich um ein Verfahren nach VOB/A, UVgO oder VOL/A handelt. Details dazu können Sie den aumass Wertgrenzen Tabellen nach Bundesland gegliedert entnehmen.

Wer legt die Wertgrenzen fest?

Die Wertgrenzen werden in der Regel in jedem Bundesland vom Staatsministerium des Inneren festgelegt. Sie werden in regelmäßigen Abständen durch Erlasse des Ministeriums aktualisiert.

Welchen Einfluss haben die Wertgrenzen auf das Vergabeverfahren?

Das Erreichen der Wertgrenzen hat ganz entscheidenden Einfluss auf das Vergabeverfahren, da es über die Wahl der Verfahrensart entscheidet. Unterhalb der Wertgrenzen hat der Auftraggeber die Möglichkeit eine beschränkte Ausschreibung oder eine Freihändige Vergabe durchzuführen, was den Aufwand für die Vergabestelle stark reduziert.

Wo sind die Wertgrenzen festgelegt?

Bund:
Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums über die Vergabe von Aufträgen im kommunalen Bereich (VergabeVwV) vom 05. April 2016.
Verwaltungsvorschrift der Landesregierung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VwV Beschaffung) vom 24. Juli 2018

Baden-Württemberg:
Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums über die Vergabe von Aufträgen im kommunalen Bereich (VergabeVwV) vom 05. April 2016.
Verwaltungsvorschrift der Landesregierung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VwV Beschaffung) vom 24. Juli 2018.,

Bayern:
Bekanntmachung der Bayerischen Staatsregierung v. 14. November .2017, Az. B II 2 –G17/17
Verwaltungsvorschrift zum öffentlichen Auftragswesen (VVöA) Vergabe von Aufträgen im kommunalen Bereich;
Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern und für Integration
v. 31. Juli 2018, Az. IB3-1512-31-19

Berlin:
VOB/A: Rundschreiben SenStadtUm V M Nr. 01/2015 -V M16/ V M15;
VOL/A: Rundschreiben WiTechForsch II G Nr. 1/2015 -II G 14

Brandenburg:
Land: Verwaltungsvorschrift zu § 55 Landeshaushaltsordnung;
Kommunen: § 30 Kommunale Haushalts-und Kassenverordnung

Bremen:
Bremisches Gesetz zur Sicherung von Tariftreue, Sozialstandards und Wettbewerb bei öffentlicher Auftragsvergabe (Tariftreue-und Vergabegesetz)

Hamburg:
Beschaffungsordnung der Freien und Hansestadt Hamburg vom 01.03.2009 in der Fassung vom 01.06.2013 für VOL-Ausschreibungen;
Rundschreiben der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt BSU vom 19.12.2012 für den VOB-Bereich

Hessen:
Hessisches Vergabe-und Tariftreuegesetz vom 19. Dezember 2014 (GVBl. Nr. 25 am 30.12.2014, S. 354) und Gemeinsamer Runderlass zum öffentlichen Auftragswesen (Vergabeerlass) vom 22.11.2016 (StAnz. 47/2016 S. 1513)

Mecklenburg-Vorpommern:
Erlass über die Vergabe öffentlicher Aufträge im Anwendungsbereich des Vergabegesetzes Mecklenburg-Vorpommern (Vergabeerlass –VgE M-V)

Niedersachsen:
Verordnung über Auftragswertgrenzen zum Niedersächsischen Tariftreue-und Vergabegesetz (Niedersächsische Wertgrenzenverordnung -NWertVO)“ vom 19. Februar 2014

Nordrhein-Westfalen:
Kommune: Vergabegrundsätze Kommunen NRW (RdErl. des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung vom 28.08.2018 -304-48.07.01/01-169/18)
Auftraggeber des Landes: Vergabegrundsätze Land (RdErl. des Ministeriums der Finanz vom 11.05.2018 -AZ: IC2-0055-2)

Rheinlandpfalz:
Verwaltungsvorschrift Öffentliches Auftrags-und Beschaffungswesen in Rheinland-Pfalz vom 24. April 2014

Saarland:
Da es keinen neuen Wertgrenzenerlass gibt, gelten seit dem 31.07.2012 die VOB, VOL und die saarländische Beschaffungsrichtlinie unmittelbar.

Sachsen:
VOB/A, Ausgabe 2016 und VOL/A, Ausgabe 2009
Gesetz über die Vergabe öffentlicher Aufträge im Freistaat Sachsen (Sächsisches Vergabegesetz -SächsVergabeG) vom 14.03.2013

Sachsen-Anhalt:
Verordnung des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft vom 16.12.2013, veröffentlicht im Gesetz-und Verordnungsblatt des Landes Sachsen-Anhalt Nr. 32/2013 -ausgegeben 27.12.2013 -(Verordnung über Auftragswerte für die Durchführung von Beschränkten Ausschreibungen und Freihändigen Vergaben nach der Vergabe-und Vertragsordnung für Leistungen –Teil A).

Schleswig-Holstein:
Landesverordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (Schleswig-Holsteinische Vergabeverordnung SHVgVO) vom 01.04.2019, GS Schl.-H. II, Gl.Nr. 7220-4-2

Thüringen:
Thüringer Verwaltungsvorschrift zur Vergabe öffentlicher Aufträge vom 14.10.2014