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Eine Doppelausschreibung liegt dann vor, wenn ein öffentlicher Auftraggeber die identische Leistung bzw. Beschaffung zweifach ausschreibt ohne dies für die Bieter kenntlich zu machen (Verletzung der notwendigen Vergabetransparenz) oder um eine Markterkundung durchzuführen. Derartige doppelte Ausschreibungen sind grundsätzlich vergaberechtlich unzulässig.

Als Dienstleistungsaufträge werden nach § 99 Abs. 4 GWB sämtliche öffentliche Aufträge bezeichnet, die weder den Bauaufträgen noch den Lieferaufträgen zuzuordnen sind. Falls ein öffentlicher Auftrag zum einen die Lieferung von Waren als auch die Beschaffung von Dienstleistungen beinhaltet, entscheidet der höhere Wert der jeweiligen Leistung über die Art des Auftrags.

Die Vergabe von Dienstleistungsaufträgen wird in der Vergabeordnung VgV und UVgO neu geregelt.

Der Deutsche Vergabe- und Vertragsausschuss für Lieferungen und Dienstleistungen (DVAL) ist für die Erarbeitung und Weiterentwicklung der Richtlinien und Grundsätze bei der Vergabe von Lieferungen und (Dienst-)Leistungen, ausgenommen Bauaufträge, zuständig.

Dies beinhaltet die Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen VOL, ff. UVgO.

Der Deutsche Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA) entwickelt die Grundsätze im Bereich des Bauwesens, wozu vor allem die Erstellung, Fortschreibung und Aktualisierung der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) zählt.

Der DVA setzt sich aus folgenden vier Hauptausschüssen zusammen:
Der Hauptausschuss Allgemeines befasst sich mit der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) Teil A und Teil B.

Der Hauptausschuss Hochbau und der Hauptausschuss Tiefbau verantworten die Erstellung und Überarbeitung der Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (Teil C der VOB).

Der Hauptausschuss Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen (GAEB) beschäftigt sich mit der Rationalisierung im Bauwesen durch EDV.

Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verdingungsausschuss für Leistungen und Dienstleistungen (DVAL) erfolgt in diesem Rahmen.

Eine Vergabe, die ohne öffentliche Bekanntmachung durchgeführt wird, wird als De-Facto-Vergabe bezeichnet. In der Regel ist dies vergaberechtswidrig.