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aumass Jahresplaner 2017 8. November 2016

Studie zur Kostenmessung der Prozesse öffentlicher Aufträge

Der Aufwand für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber bei der Vergabe öffentlicher Aufträge soll verringert werden. Im Kontext dieses Ziels wurde im Jahr 2007 im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie eine Studie durchgeführt.

Prozessuale und laufende Kosten, Kostentreiber sowie mögliche Vereinfachungsmaßnahmen standen im Zentrum der Analyse.

Die Untersuchung führte zu folgenden Erkenntnissen:

  • Die Vergabe öffentlicher Aufträge erzeugt in Deutschland jährlich prozessuale Kosten in Höhe von 19 Milliarden Euro
  • Ein Vergabeverfahren kostet in Deutschland für alle Beteiligten im Durchschnitt 7,870 Euro
  • Auf Seiten der Unternehmen verursacht die Angebotslegung mit 4,4 Milliarden Euro die größten Kosten, gefolgt von der Recherche von Ausschreibungen (2,2 Milliarden Euro)
  • Bei den Vergabestellen steht die Erstellung der Vergabeunterlagen mit 1,7 Milliarden Euro an der Spitze der Kosten, gefolgt von der Angebotsauswahl durch Prüfung und Wertung (1,5 Milliarden Euro) sowie der Aufforderung durch Angebotsabgabe (886 Millionen Euro)

Handlungsbedarf für eine Erneuerung des Vergaberechts und eine Anpassung der Vergabepraxis besteht vor allem in folgenden Bereichen:

  • Verschlankung und Vereinheitlichung der rechtlichen Grundlagen
  • Verwendung elektronischer und einheitlicher Formulare
  • Ausbau der elektronischen Übermittlungs- und Vergabemöglichkeiten

Eine Kostenredukion um circa 15 bis 20 Prozent im Bereich der VOL/A wäre erreichbar (rund 3 Milliarden von 16,2 Milliarden Euro). Durch organisatorische Maßnahmen sollen dabei die höchsten Kostenreduktionen erreicht werden. In Teilen können die Maßnahmen durch gesetzliche Vorgaben gefördert werden.

Quelle: Vergabe Informations System; Artikel vom 29.04.2013.